Das Handy ist angesichts seiner technischen Möglichkeiten der Deutschen liebstes Spielzeug geworden – ein Festnetzanschluss scheint vielen daher ausgedient. Doch auch wenn der Dinosaurier der Telekommunikation nicht mit reichlich Apps und Touchscreen daherkommt: Unnütz ist er noch lange nicht. Abgesehen von seiner elektrosmogfreien Ausstrahlung bietet er dank des inzwischen fast schon standardisierten Null-Tarifs gegenüber den meisten Mobilfunkangeboten ein völlig kostenloses und damit entspanntes Telefonieren innerhalb des deutschen Festnetzes. Sollte man sich nicht für das Triple-Play (Internet, Telefon und TV über Kabel) entscheiden, ist er zudem Vorrausetzung für den Zugang zum World Wide Web. Wer also seinen Wohnsitz verlegt und seinen alten Anschluss nicht mitnehmen kann oder aber die ersten eigenen vier Wände bezieht, der ist mit einem neuen Telefonanschluss gut beraten. Ob man nun seinen Telefonanbieter wechselt oder einen komplett neuen Anschluss beantragt – in jedem Fall sollte man sich frühzeitig um die Anmeldung kümmern, um nicht allzu lange nur auf das Handy angewiesen zu sein. |
|
| |
| |
Die Bestellung |
| |
 |
Ein Neuanschluss ist i. d. R. schnell bestellt. Bei den meisten Anbietern kann man dafür praktische Online-Formulare nutzen. Wer ein persönliches Gespräch vorzieht oder Fragen hat, kann selbstverständlich auch über die Kundenhotlines oder Filialen der Anbieter einen neuen Telefonanschluss in Auftrag geben. Hier können Sie auch gleich einen Termin für die Installation bzw. für die Reaktivierung des Telefonanschlusses machen – allerdings sollten Sie vorher prüfen, ob Ihnen dadurch keine Vorteile wie Prämien und Vergünstigungen für Online-Bestellungen entgehen.
Um sicher zu gehen, dass Sie den für Ihre Bedürfnisse optimalen Anschluss und Tarif wählen, sollten Sie vor Vertragsabschluss noch ein paar Dinge beachten: |
| |
| |
Anschluss reaktivieren oder neu installieren? |
| |
Braucht man einen komplett neuen Telefonanschluss, sollte man zunächst prüfen, ob in der Wohnung bereits ein Anschluss verlegt ist. Sind alle notwendigen Anschlussleitungen bereits vorhanden, kann man eventuell den Anschluss des Vormieters übernehmen. Bis vor ein paar Jahren bot diese Möglichkeit großes Einsparungspotenzial, inzwischen sind die Gebühren für eine Reaktivierung und einen Neuanschluss jedoch annähernd gleich. Zudem entscheiden sich viele Wohnungswechsler, die innerhalb desselben Vorwahlgebiets umziehen, für eine Rufnummermitnahme – in diesem Fall muss ohnehin ein neuer Anschluss aktiviert werden.
Weiß man den Namen bzw. die Rufnummer des Vormieters, ist die Reaktivierung in der Regel innerhalb einiger Werktage möglich, allerdings von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich: Bei einigen regionalen Telekommunikationsunternehmen kann das Freischalten auch 5 bis 16 Wochen dauern. |
| |
| |
|
| |
| |
Kosten für die Neuinstallation |
| |
Liegen noch keine Leitungen, wird eine Neu-Installation notwendig, für die natürlich zusätzliche Kosten anfallen. Möchte man neben dem Telefonieren noch Internet über DSL nutzen, ist auch die Installation eines DSL-Anschlusses nötig. Für die Installation der Leitungen ist immer die Telekom zuständig, egal, welchen Provider man wählt. Zu den Installationskosten kommen die Bereitstellungskosten für Telefonanlage und beim DSL-Anschluss für die Hardware wie etwa den Router. Rechnen muss man mit Auslagen von bis zu 160 Euro, allerdings lassen sich die scheinbar hohen Kosten durch die vielen Prämien, mit denen Neukunden bei fast allen Anbietern rechnen können, relativieren. Die Wartezeiten für eine Neu-Installation sind jedoch oft länger als für eine Reaktivierung des Anschlusses. |
| |
Analog oder ISDN? |
|
| |
Grundsätzlich gibt es zwei Anschlussarten: Den analogen Telefonanschluss und den DSL-Anschluss. Der analoge Anschluss bietet nur eine Leitung und eine Rufnummer, ist dafür etwas günstiger. Mit ISDN verfügt man über mehrere Leitungen und bis zu zehn Rufnummer, kann daher neben dem Telefon noch ein Fax oder einen Internetrechner anschließen. Auch für größere Familien lohnen sich mehrere Leitungen und Rufnummern. Bucht man neben dem Telefonanschluss noch DSL, ist ein ISDN-Anschluss dagegen weniger sinnvoll, da Telefon und Internet-Router sowieso über getrennte Leitungen laufen. Einige Provider bieten allerdings generell nur ISDN-Anschlüsse an.
Hat man sich für einen ISDN-Anschluss entschieden, benötigt man auch das passende Telefon, denn viele Apparate sind nur für das Telefonieren über analoge Leitungen ausgerichtet. Einige Provider bieten Mietgeräte an – meist ist es auf lange Sicht jedoch günstiger, ein ISDN-Telefon zu kaufen. |
Telefonanbieter auswählen |
| |
Bevor man einen neuen Telefonanschluss in Auftrag gibt, sollte man sich Zeit für die Auswahl eines passenden Anbieters nehmen. Der Telekommunikations-Markt ist mittlerweile recht unübersichtlich: Bereits die Auswahl an Anbietern ist enorm, noch größer ist die Vielfalt an Tarifoptionen. Neukunden werden zudem mit attraktiven Rabatten und Konditionen gelockt, viele Provider verzichten beispielsweise auf die Anschluss- und Bereitstellungsgebühren. Doch so attraktiv diese Angebote auch sind: Wichtigstes Kriterium für die Wahl des Anbieters und des passenden Tarifes ist das eigene Telefonverhalten. |
Die Tarifwahl |
| |
Telefoniert man viel und führt relativ häufig Ferngespräche, kann sich eine Telefon-Flatrate lohnen, bei der man einen monatlichen Festpreis entrichtet. Eine Faustregel besagt, wenn die Telefonrechnung regelmäßig höher als 50 Euro ausfällt, dann lohnen sich Flatrates. Surft man zudem noch häufig im Internet, kann eine zusätzliche DSL-Flatrate sinnvoll sein.
Telefoniert man dagegen eher wenig und führt hauptsächlich Ortsgespräche, ist ein normaler Telefontarif mit günstigen Minutenpreisen die preiswertere Variante. Aber Achtung: Wer günstige Flatrates im Angebot hat, verlangt eventuell bei den einfachen Tarifen höhere Minutenpreise für Gespräche ins Fest- und Mobilfunknetz. |